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Die 5 häufigsten Fehler beim Immobilienkauf

  • Autorenbild: Anja Blodow
    Anja Blodow
  • vor 4 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit
Anja Blodow - die häufigsten Fehler beim Immobilienkauf

Lass uns ehrlich sein: Es liegt nicht am Geld.


Ich sehe es jede Woche. Kluge, gutverdienende, absolut kompetente Frauen, die den ersten Immobilienkauf als Kapitalanlage seit Jahren vor sich herschieben. Nicht weil das Eigenkapital fehlt. Sondern weil irgendwo zwischen "Ich informier mich noch ein bisschen" und "Ich warte auf den richtigen Moment" die Kaufentscheidung einfach verschwindet.


Die teuersten Fehler beim Immobilienkauf passieren nicht beim Notar. Sie passieren vorher, in Deinem Kopf. Hier sind die fünf, die ich am häufigsten sehe – und ja, einer davon trifft gerade Dich.

 

1. Du wartest auf den perfekten Moment (den es nicht gibt)


Niedrigere Zinsen. Mehr Eigenkapital. Erst noch die Gehaltserhöhung abwarten. Vielleicht ändert die nächste Bundesregierung ja noch was Positives am Gesetz. Vielleicht hast Du nächstes Halbjahr einfach mehr Zeit. Oder der Immobilienmarkt entwickelt sich noch ein bisschen besser. Kommt Dir bekannt vor? Für jede Ausrede gibt's eine Fortsetzung.


Hier die unbequeme Wahrheit, und die ist nicht emotional, sondern mathematisch: Es geht um den Zinseszinseffekt. Der ist exponentiell – und exponentiell ist für unser Gehirn ohne Excel und Papier schwer greifbar. Wir denken linear, der Zinseszins wirkt aber wie eine Kurve, die lange flach aussieht und dann plötzlich steil nach oben knickt. Genau dieser steile Teil ist der Teil, der Dich reich macht. Und in diesen Teil kommst Du nur, wenn Du früh genug gestartet bist. Am besten gestern.

Jeder Monat, jedes Jahr, jede Ausrede, egal wie gut sie sich anfühlt, lässt Dich später schlicht ärmer sein. Das ist kein Gefühl, das ist Mathematik. Und Mathematik schlägt jede Ausrede, die Du Dir selbst erzählst.


Klartext: Eine solide Investmentimmobilie, die Du heute kaufst, schlägt die perfekte Wohnung, die Du nie kaufst, weil Du auf den perfekten Moment wartest.


 

2. Du kaufst mit dem Herzen, nicht mit dem Taschenrechner – und dann auch noch zu klein


Die Küche ist ein Traum, der Balkon toll, die Einrichtung geschmackvoll – und schwupps, bist Du verliebt. Nur: Du ziehst da nicht ein. Du investierst in eine Immobilie als Kapitalanlage. Entscheidend ist nicht, ob sie Dir gefällt, sondern ob sie wirtschaftlich funktioniert und Rendite bringt.


Und dann kommt der zweite Teil desselben Fehlers, den kaum eine zugibt: "Ich fang erstmal klein an und schau dann weiter." Klingt vernünftig, ist aber meistens Selbstschutz. Du lernst Immobilieninvestment an einem 200.000-Euro-Deal genauso gut wie an einem 700.000-Euro-Deal. Der einzige Unterschied: Beim kleinen Deal hältst Du Dich absichtlich klein, weil Du Dir das Größere gerade nicht zutraust.


Und genau das kostet Dich am meisten Vermögen. Erinnerst Du Dich an den Zinseszinseffekt von eben? Der wirkt auf eine Summe – und je größer diese Summe, desto größer der Effekt. Natürlich in der richtigen Lage, mit der richtigen Kalkulation und einem guten Renditepotenzial. Aber wenn Du die Bonität hast und sie nicht nutzt, verschenkst Du Potenzial, das Dir eigentlich zusteht.


Klartext: Volumen so groß wie es Deine Zahlen sinnvoll zulassen. Traust Du Dich noch nicht ran? Dann ist das die Hausaufgabe: Lern, was Dir das Vertrauen dafür gibt. Denn nur mit ausreichend Volumen entstehen die Immobilienportfolios, die wirklich etwas gegen Rentenlücke und Gehaltslücke ausrichten und Deinen Vermögensaufbau ankurbeln. Es geht nicht darum, die Rentenlücke mühsam zu stopfen. Es geht darum, in der Rente ein Vielfaches von dem zu haben, was Dir sonst zugestanden hätte. Denk größer. Spring größer.

 

3. Du schonst Dein Eigenkapital nicht


Eigenkapital ist beim Immobilienkauf bei den allermeisten Frauen der limitierende Faktor – nicht die Kreditwürdigkeit, nicht die Lust am Investieren. Also muss die Frage lauten: Wie hebele ich mit möglichst wenig eigenem Geld möglichst viel Fremdkapital von der Bank? Das Ergebnis nennt sich Eigenkapitalrendite, und die entscheidet am Ende, wie effizient Dein Geld für Dich arbeitet.


Wer beim Immobilieninvestment sein Eigenkapital nicht schont, verschenkt Hebelwirkung. Eine gute Finanzierungsstrategie entscheidet oft stärker über den Erfolg als ein paar Tausend Euro Kaufpreis.


Und wer nur auf den Kaufpreis schaut, verschenkt die anderen Stellschrauben eines Deals: die Bruttomietrendite und damit die Wirtschaftlichkeit optimieren, Ausgaben optimieren, die richtigen Renovierungen wählen, steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten nutzen. Das sind keine Nebensächlichkeiten – das ist der Unterschied zwischen einem mittelmäßigen und einem richtig guten Deal.


Klartext: Rechne genau durch, mit wie wenig eigenem Geld Du wie viel Fremdkapital hebeln kannst – und dreh an jeder Stellschraube, die sich dreht. Und ja: Der Deal muss trotzdem zu Deinem Leben passen. Du musst nachts gut schlafen können.

 

4. Du lässt Dich von jeder Meinung aus der Bahn werfen


Der Cousin, der 2009 schlechte Erfahrungen gemacht hat. Die Schlagzeile über steigende Zinsen oder sinkende Kaufpreise. Stammtischgespräche. Die allermeisten Menschen, die Dir von Immobilien abraten, haben schlicht keine Ahnung von Immobilieninvestments. Sonst würden sie sich ja selbst eine Kapitalanlage zulegen.

Und die Menschen, die Ahnung davon haben? Die werden jedes Jahr reicher, bauen kontinuierlich Vermögen auf. Finde den Fehler.


Sprich mit Menschen, die es schon gemacht haben – nicht mit Menschen, die es nicht gemacht haben, oder die eine schlechte Erfahrung gemacht und daraus nichts gelernt haben, sondern im Opferstatus stecken geblieben sind. Der Unterschied zwischen "hat einmal schlecht investiert und daraus gelernt" und "erzählt seit zehn Jahren dieselbe Geschichte" ist riesig. Höre auf die Ersten. Ignorier die Zweiten höflich.


Klartext: Hol Dir Rat von Menschen mit einem funktionierenden Immobilienportfolio. Nicht von Menschen ohne eins.

 

5. Du denkst, Du brauchst für den Vermögensaufbau einen Partner


Nein. Brauchst Du nicht.


Immer mehr Frauen finanzieren ihre erste Kapitalanlage ganz bewusst allein. Sicheres Einkommen, gute Bonität, passende Finanzierung – mehr braucht es oft nicht. Kein Ehering, kein "wir überlegen das gemeinsam". Deine finanzielle Unabhängigkeit ist nicht an eine Beziehung gekoppelt, egal was Dir alte Rollenbilder einreden wollen.


Und selbst wenn Du in einer Partnerschaft lebst und gemeinsam das Thema Immobilien angehen wollt: Das heißt nicht, dass alles automatisch gemeinsames Eigentum werden muss. Ihr könnt beide investieren und trotzdem jeder sein eigenes Immobilienvermögen aufbauen. Im Fall einer Trennung hat dann jeder klaren Zugriff auf das eigene Vermögen, ohne mühsamen Ausgleich. Regeln lässt sich das ganz unromantisch, aber wirksam über einen Ehevertrag.


Und noch etwas, das erstaunlich oft vergessen wird: Bei einer Entscheidung im Job fragst Du auch nicht bei jedem einzelnen Schritt Deinen Partner um Erlaubnis. Warum sollte das bei einer finanziellen Entscheidung, die genauso Deine ist, plötzlich anders sein? Macht keinen Sinn.


Klartext: Warte nicht auf eine andere Lebenssituation. Wenn die Zahlen passen, kannst Du das allein durchziehen – und selbst in einer Partnerschaft bleibt Dein Investment Dein Investment.

 

Die Wahrheit über die häufigsten Fehler beim Immobilienkauf


Keiner dieser Fehler hat wirklich etwas mit der Immobilie selbst zu tun. Es sind Ausreden, Bescheidenheit an der falschen Stelle und fehlendes Wissen über den eigenen Hebel, die Dich bremsen – nicht Dein Kontostand.

 

Noch mal auf einen Blick:


  • Der Zinseszinseffekt ist Mathematik, keine Meinung – starte so früh wie möglich

  • Volumen so groß wie sinnvoll vertretbar, nicht so klein wie bequem

  • Eigenkapital schonen, Fremdkapital sinnvoll hebeln und jede Stellschraube der Kalkulation nutzen.

  • Rat holen bei Menschen mit erfolgreichem Immobilienportfolio, nicht bei Menschen mit Ausreden

  • Du brauchst keinen Partner, um Vermögen aufzubauen

 

Der erste Immobilienkauf ist selten nur eine finanzielle Entscheidung. Es ist der Moment, in dem Du aufhörst, auf Erlaubnis zu warten und anfängst, Dein Vermögen selbst aufzubauen.

 
 
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