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Warum Warten beim Investieren nichts bringt

  • Autorenbild: Anja Blodow
    Anja Blodow
  • 24. Apr. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Jede von uns kennt diese Momente: Man denkt über ein Investment nach, rechnet Zahlen durch, liest Marktanalysen – und zögert dann doch. „Ist jetzt wirklich der richtige Zeitpunkt?“

Wenn es um Geld geht, neigen wir dazu, auf „Sicherheit“ zu warten. Auf bessere Zinsen, stabilere Preise oder ein klareres Bild der wirtschaftlichen Lage. Doch während wir warten, geschieht etwas Entscheidendes: Andere investieren. Und damit beginnt ihr Kapital für sie zu arbeiten, während unseres stillsteht und sogar noch von der Inflation heimlich aufgefressen wird.

Das gilt insbesondere für Immobilien. Nach zwei Jahren des Rückgangs zeigen neue Zahlen, dass die Preise wieder anziehen. Ein Blick auf den Zinseszins-Effekt hilft uns zu verstehen, warum Zeit der wichtigste Faktor beim Vermögensaufbau ist – und nicht der perfekte Moment.

 

Anja Blodow Zinseszins-Effekt

Der Zinseszins-Effekt: Warum Zeit wichtiger ist als Timing


Albert Einstein nannte den Zinseszins-Effekt einmal das achte Weltwunder – .und das aus gutem Grund: „Wer ihn versteht, verdient daran, alle anderen bezahlen ihn.“ Der Effekt sorgt dafür, dass Kapital nicht nur wächst, sondern dass das Wachstum mit der Zeit immer schneller wird. Das liegt daran, dass nicht nur Dein ursprüngliches Investment Rendite erwirtschaftet, sondern auch die erwirtschafteten Gewinne wiederum verzinst werden.

Ein Beispiel: Angenommen, Du investierst 10.000 € mit einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 4 %.


  • Nach 10 Jahren hast Du etwa 14.802 €

  • Nach 20 Jahren sind es bereits 21.911 €

  • Nach 30 Jahren liegt Dein Vermögen bei 32.434 €


Hättest Du 5 Jahre später angefangen, wäre Dein Endergebnis über 7.000 € niedriger – nur weil Du gewartet hast.

Und es geht jetzt nicht darum, dass Aktienkurse schwanken und auch noch Depotgebühren und Steuern anfallen. Sondern um reine Mathematik! Das bedeutet: Zeit ist Dein größter Verbündeter. Weil auch kleine Prozentsätze auf kleine Summen wie 10.000 Euro über lange Zeiträume viel ausmachen. Je länger Dein Geld für Dich arbeiten kann, desto stärker profitiert es vom Zinseszins. Warten kostet also bares Geld.

Diese Mathematik funktioniert bei Aktien und auch bei Immobilien. Denn bei Immobilien wirkt die Mathematik auch, und zwar in zweifacher Hinsicht:


  • Zum einen bei der Tilgung des Kredits: je länger man den Kredit abzahlt, desto geringer ist die Kreditsumme und desto geringer die zu zahlenden Zinsen. Beim Annuitätendarlehen steigt daher über die Zeit der Anteil der Tilgung und die Tilgung verschnellert sich mit der Zeit! Damit verschnellert sich der Vermögensaufbau in späteren Jahren.

  • Zum anderen bei der Inflation: Der einmal aufgenommene Kredit ist ja ein fester Betrag, und wenn das Geld durch Inflation weniger wert wird, ist auch der Schuldbetrag immer weniger wert. Die nominale Restschuld ist zwar die gleiche, aber das Geld hat sich entwertet und damit sind die Schulden weniger „wert“ geworden, es ist leichter sie zurückzuzahlen. Und währenddessen wirkt die Inflation auch beim Wert der Immobilie. Wenn das Geld im Verhältnis zu einem Sachwert wie einer Immobilie durch Inflation weniger wert wird, muss z.B. 10 Jahre später für eine Immobilie eine größere Menge Geldes bezahlt werden, und das nicht weil die Immobilie „besser“ oder „wertvoller“ geworden ist, sondern weil man „mehr Geld“ braucht, um den Sachwert zu bezahlen.



Immobilienpreise steigen wieder – warum jetzt der richtige Moment ist



Nach zwei Jahren des Rückgangs zeigt die aktuelle Studie des German Real Estate Index (GREIX): Die Preise ziehen wieder an.

Preissteigerung von Q2 2024 vs. Q1 2024:


  • Mehrfamilienhäuser: +4,4 %

  • Einfamilienhäuser: +2,0 %

  • Wohnungen: +2,4 %


Besonders in Städten wie Hamburg, Frankfurt und Münster steigen die Preise spürbar. Und vieles spricht dafür, dass sich diese Entwicklung fortsetzt.


  • Die Kaufpreise stabilisieren sich – ideal, um strategisch einzusteigen.

  • Es gibt wenig Neubau – das führt zu steigender Nachfrage nach Bestandsimmobilien, wodurch Kaufpreise und Mieten steigen können.

  • Neue Sondervermögen auf Bundesebene könnten zu mehr Inflation führen – gut für diejenigen, die bereits Immobilien besitzen.

  • Auf bessere Zinsen warten? Niemand hat eine Glaskugel, aber mathematisch gilt: Je früher Du investierst, desto mehr profitiert Dein Kapital vom Zinseszins.


Und noch ein Vorteil: Zinsen können steuerlich geltend gemacht werden – allerdings nur, wenn die Immobilie zur Vermietung genutzt wird.


Wie das funktioniert? 


  • Die Zinsen können als Werbungskosten in der Anlage V (Vermietung und Verpachtung) der Steuererklärung angegeben werden.

  • Anders als bei selbst genutztem Wohneigentum können Vermieter die Kreditzinsen zu 100 % geltend machen.

  • Daneben können z.B. Reparaturen, Hausgeld, sonstige Kosten abgesetzt werden.

  • Durch die Reduzierung des zu versteuernden Einkommens sinkt die Steuerlast – und die reale Belastung durch die Zinsen wird geringer.


Das heißt: Wer jetzt eine Immobilie kauft und vermietet, profitiert nicht nur von möglichen Wertsteigerungen, sondern kann auch die Finanzierungskosten steuermindernd einsetzen.


Warum Warten eine teure Entscheidung ist


Viele Frauen haben Angst, dass sie eine falsche Entscheidung treffen. Doch während Du überlegst, passiert Folgendes: Die besten Objekte werden verkauft, Preise steigen weiter und Dein Kapital bleibt ungenutzt auf dem Konto und verliert durch Inflation an Wert.

Der Immobilienmarkt bewegt sich zyklisch, aber langfristig zeigt die Kurve immer nach oben. Während einige noch zögern, haben andere bereits investiert – und profitieren vom Wertzuwachs. Wer langfristig erfolgreich sein will, fängt möglichst früh an.

Und denk dran: Investieren ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein langfristiger Prozess. Es geht nicht darum, den perfekten Moment abzuwarten – sondern darum, Zeit für Dich arbeiten zu lassen.


Und ja, es gibt Unsicherheiten. Die wirtschaftliche Lage kann sich ändern, Zinsen können schwanken, und Märkte bleiben in Bewegung. Doch Unsicherheiten sind nichts Neues – es gab sie immer und wird sie immer geben. Wer auf absolute Sicherheit wartet, wird nie handeln. Die entscheidende Frage ist nicht, ob Unsicherheiten bestehen, sondern ob Du bereit bist, langfristig zu denken und kluge, informierte Entscheidungen zu treffen.

Wichtiger als das perfekte Timing ist, überhaupt anzufangen.



 
 
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