ETF-Sparplan versus Immobilie
- Anja Blodow

- 3. Juli 2025
- 5 Min. Lesezeit
Ein ETF-Sparplan ist kein Schutzschild und erst recht kein Plan B
Viele Frauen, die sich ernsthaft um ihre Altersvorsorge kümmern, landen irgendwann beim Thema ETFs. Weil es irgendwie „vernünftig“ klingt. Weil man es schnell einrichten kann. Und weil man dann das Gefühl hat, endlich was gemacht zu haben – nicht nur nachgedacht, nicht nur recherchiert, sondern wirklich angefangen.
Das ist an sich auch nicht verkehrt. Ein ETF-Sparplan ist oft der erste Schritt, ein Einstieg ins Investieren, ein Zeichen dafür, dass da ein neues Verantwortungsgefühl da ist. Und ich würde nie sagen, dass das nichts wert ist. Im Gegenteil: Es ist gut, wenn Frauen anfangen, sich mit Geld zu beschäftigen. Und es ist gut, wenn sie Dinge nicht mehr komplett auslagern oder auf später verschieben.
Aber was mich beschäftigt: Dieses „Ich hab da was eingerichtet, und das läuft jetzt einfach so durch“ ersetzt keinen echten Plan. Es ersetzt vor allem keinen Vermögensaufbau, der wirklich trägt. Und es schützt Dich auch nicht davor, in ein paar Jahrzehnten festzustellen, dass das alles irgendwie zu wenig war. Dass Du brav gespart hast und trotzdem nicht sorgenfrei leben kannst.

Warum der ETF-Sparplan oft nicht reicht
Denn was viele nicht sagen: Ein ETF-Sparplan ist eine Investition in Dein eigenes Geld. Das heißt, Du nimmst jeden Monat einen Betrag X von Deinem Konto und investierst ihn in einen weltweiten Markt, der zum Beispiel im Schnitt mit etwa 7 % jährlich wächst – wenn es gut läuft. Und dann kommen noch Gebühren, Steuern, Inflation, vielleicht ein Crash zwischendurch. Und all das bei einem Produkt, das Du komplett aus eigener Tasche finanzierst.
Und dann kommt das Leben dazwischen. Eine längere Elternzeit. Weniger Erwerbsstunden wegen der Kinderbetreuung. Eine Scheidung. Eine Pflegephase mit Deinen Eltern. Und plötzlich läuft der Sparplan zwar weiter, aber die finanzielle Realität sieht ganz anders aus.
Und dann sehe ich auf der anderen Seite die Frauen, die sich an Immobilien nicht rantrauen. Weil sie denken, das sei viel zu komplex. Oder zu riskant. Oder nur was für Männer, für Leute mit viel Geld oder einem BWL-Studium. Und ehrlich gesagt: Ich kann das total verstehen. Denn wenn man sich die Branche anschaut – also wirklich mal hinschaut – dann sieht man schnell, wie viel da unklar, unübersichtlich, manchmal auch bewusst intransparent gemacht wird.
Verträge mit fünf Anhängen. Makler, die Fragen ausweichend beantworten. Plötzliche Zusatzkosten, die „eigentlich üblich“ sind. Und dann dieser ewige Subtext: „Wenn Du’s nicht verstehst, bist Du halt selbst schuld.“
Und wenn Du dann gleichzeitig das Gefühl hast, sowieso schon wenig Zeit zu haben – zwischen Schule, Kindern, Arbeit und dem ganz normalen Wahnsinn – dann wirkt ein Immobilieninvestment nicht wie ein Hebel, sondern wie ein zusätzlicher Stressfaktor.
Kein Wunder, dass Frauen sagen: „Dann bleib ich lieber bei meinem ETF Sparplan, da krieg ich ja auch mehr Rendite auf mein Geld. Da kann mich niemand übers Ohr hauen.“
Was Immobilien anders machen und warum sie gerade für Frauen interessant sind
Aber das ist genau der Punkt, der mich ärgert. Dass Immobilien oft immer noch so verkauft werden, dass Frauen sich nicht eingeladen fühlen. Dass die Sprache, die Struktur, die Angebote alles andere als auf Augenhöhe sind. Und dass damit das Potenzial verschenkt wird, das eigentlich da wäre.
Denn der große Unterschied bei Immobilien ist: Du hebelst Dein Kapital. Das heißt: Du investierst nicht nur das, was Du selbst aufbringen kannst, sondern Du nutzt es, um ein Vielfaches zu bewegen. Wenn Du zum Beispiel 30.000 € Eigenkapital hast, kannst Du mit einer Finanzierung eine Immobilie im Wert von 300.000 € kaufen. Und wenn die im Jahr 5% Rendite bringt, dann bezieht sich das auf den Gesamtwert, nicht nur auf Deine 30.000 €. Also 5% auf 300.000 Euro statt nur 7% auf 30.000 €. Der Unterschied sind 15.000 € Einnahmen bei der Immobilie versus 2.100 € im Jahr beim ETF.
Das ist die sogenannte Hebelwirkung. Und die kann – klug eingesetzt – Dein Vermögen über die Jahre sehr viel schneller wachsen lassen als ein Sparplan, bei dem Du nur auf Dein eigenes Geld verzinst wirst.
Und es ist nicht nur der Hebel. Es ist auch das Gefühl, dass da ein realer Wert hinter dem Investment steht. Eine Wohnung, ein Grundstück, echte Substanz – ein sogenannter Sachwert. Etwas, das sich nicht in Luft auflöst, wenn der Aktienmarkt mal wieder durchdreht. Etwas, das Du vermieten, renovieren, später verkaufen kannst mit Einfluss auf den Wert, den Du mitgestalten kannst.
Und das Schöne ist: Immobilien funktionieren ganz anders als viele kurzfristige Geldanlagen. Viele Ausgaben im Immobilienbereich sind planbar, berechenbar, langfristig gedacht. Du musst nicht täglich am Ball bleiben, wie beim Aktienmarkt. Du musst auch nicht jeden Zinsaufschlag, jede Kurve oder jede politische Entscheidung sofort einordnen können, um mitzukommen.
Du investierst in einen echten Wert und der bleibt auch dann bestehen, wenn die Preise mal schwanken. Eine Immobilie ist kein Spielball der Tageslaune an der Börse. Wenn der Markt nach unten geht, bedeutet das nicht automatisch, dass Dein Investment „weg“ ist. Du hältst Deinen Sachwert. Und der hat – über die Jahre gesehen – nicht nur Bestand, sondern entwickelt sich oft sogar besser als die Angst es vermuten lässt.
Und dann kommt oft die nächste Frage: Was, wenn ich meinen Job verliere? Was, wenn das Leben dazwischenfunkt – Krankheit, Trennung, Umbruch? Auch das lässt sich auffangen. Wenn Du vermietest, hast Du laufende Mieteinnahmen, die helfen Dir, die Finanzierung weiter zu tragen. Und: Gute Beratung von Anfang an bedeutet auch, dass die Finanzierung so aufgesetzt wird, dass sie Puffer hat. Dass Du eben nicht bei der ersten Krise alles verlierst. Immobilien sind keine Einbahnstraße. Du kannst verkaufen, Du kannst umstrukturieren, Du kannst auch mal Luft holen und die Tilgung im Notfall aussetzen. Wichtig ist nur: nicht überhastet reinzugehen, sondern mit dem richtigen Wissen. Und genau dafür gibt es Unterstützung.
Und Du kannst Dir Strukturen schaffen, die zu Dir passen. Gerade, wenn Du ohnehin schon jonglierst zwischen Einschlafbegleitung, Elternabend, Projektpräsentation, Essensplan und der Frage: Wann war eigentlich mein letzter Abend für mich? Immobilieninvestments lassen sich so aufsetzen, dass sie mit Deinem Alltag funktionieren – nicht dagegen.
Was Frauen wirklich brauchen: Klarheit, Zugang, Transparenz und jemand dem sie vertrauen
Natürlich ist das kein Selbstläufer. Natürlich braucht es Wissen, Planung, Mut. Aber es braucht eben nicht 100.000 € Startkapital oder einen Doktortitel. Es braucht vor allem den Entschluss, über das hinauszugehen, was gerade bequem wirkt. Und sich nicht mit „reicht schon irgendwie“ zufriedenzugeben.
Ich wünsche mir, dass mehr Frauen sich mehr trauen– nicht im maskulinen Sinne von „höher, schneller, weiter“, sondern im Sinne von: Was brauche ich wirklich, um im Alter frei zu leben? Um nicht nur irgendwie durchzukommen, sondern wirklich unabhängig zu sein? Und dafür ist es absolut okay, seiner weiblichen Intuition zu vertrauen.
Wenn Du Dich auch nicht nur auf ETFs verlassen möchtest, dann melde Dich einfach. Wir schauen gemeinsam, ob Immobilien für Dich ein Weg sein könnten und was mit Deiner Bonität möglich ist. Glaub mir, das ist in 80% der Fälle deutlich mehr als Du denkst.
Denn Deine Altersvorsorge sollte sich nicht anfühlen wie ein selbstfahrendes Auto, bei dem man den Lenker aus der Hand gibt. (Auch wenn das wirklich span
nend ist😊) Sie sollte sich anfühlen wie ein von Dir selbstgesteuertes Fahrzeug, dass Dich sicher dahin bringt, wo Du hinwillst und Du dabei die Kontrolle behältst.
Wenn Du fragen hast, kontaktiere mich gerne.


