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Ein Hoch auf freie Frauen

  • Autorenbild: Anja Blodow
    Anja Blodow
  • 20. Nov. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Auf die, die alte Regeln in Frage stellen, die nicht brav abwarten, sondern ihre eigenen Wege gehen. Auf die, die mit anderen Augen sehen, die sich trauen, das Unmögliche zu denken und die Welt damit verändern. 


Oft werden sie belächelt oder gar bekämpft, manchmal nennt man sie Emanzen, Rebellinnen, Störenfriede. Aber in Wahrheit sind es die Frauen, die Visionen tragen und sie mit Herzblut umsetzen. Die unbequem sind und gerade dadurch Dinge möglich machen, die anderen zu groß oder zu gefährlich erscheinen. Genau diesen Geist brauchen wir auch beim Thema Finanzen.


Denn kaum etwas löst bei Frauen so viele ambivalente Gefühle aus wie das Thema „Allein investieren“. Für viele klingt es wie ein Abenteuerurlaub in der Arktis: spannend, aber viel zu riskant, nichts, das man „einfach so“ in den Alltag einbaut. 

In unseren Köpfen klingen Stimmen, die sagen: „Investieren ist nur was für Großverdiener.“ Oder: „Ich bin nicht gut mit Geld.“ Oder: „Allein wäre mir das zu riskant.“ Und dass, obwohl dieselben Frauen sichere Jobs haben, gut verdienen und Rücklagen besitzen. Das Problem ist nicht das Konto – es ist der Kopf.


Wir haben gelernt, dass Investieren etwas ist, das „andere“ tun. Männer mit breiten Schultern, Paare mit doppeltem Einkommen, Profis mit Anzügen und Aktentaschen. Für uns selbst fühlt es sich eher an wie ein Marsflug ohne Rückflugticket. Dabei ist die Realität längst eine andere: Frauen sind da. Sie investieren. Sie bauen Vermögen auf, Schritt für Schritt. Communities wie Female-Investor zeigen, dass es nicht die Ausnahme, sondern die stille Bewegung im Hintergrund ist.


Money Mindset: Von der Bremse zur Freiheit


Wie sich in den vielen hundert Gesprächen mit meinen Kundinnen immer wieder bestätigt, der größte Stolperstein liegt im Kopf, nicht auf dem Bankkonto. Wir Frauen sind über Jahrzehnte auf Sicherheit programmiert worden: „Spare fleißig, sei vernünftig, gib nicht zu viel aus.“ Klingt nach Fürsorge von Papa oder Freund, macht uns aber klein. 

Während Männer früh lernen, dass Risiko Teil des Spiels ist, bleibt Frauen die Rolle derjenigen, die bremsen, kontrollieren und verwalten. Das Bild der „Haushaltsmanagerin“ sitzt tief. Und das erschreckenderweise immer noch in den jungen Generationen wie Gen Z. Und wenn dann noch der Gedanke „Ich mache das ganz allein“ dazukommt, verdoppelt sich die Angst: kein zweites Gehalt, keine zweite Meinung, niemand, der „zur Not einspringt“.


Doch allein zu investieren bedeutet nicht Mangel, sondern Macht. 

Es bedeutet: Ich treffe die Entscheidungen. Ich bestimme das Tempo. Ich bin verantwortlich – ja – aber eben auch frei. Und genau diese Freiheit ist es, die so vielen Frauen fehlt, wenn sie immer darauf warten, dass ein Partner mitzieht oder eine bessere Gelegenheit kommt. In Wahrheit beginnt die Selbstbestimmung nicht mit der Höhe des Kontos, sondern mit der inneren Haltung. Eine der meisten Reaktionen, die ich erlebe ist: „Ich informiere mich jetzt erstmal und ich denke dann in 1-2 Jahren mache ich das vielleicht.“ Warum nicht dann jetzt gleich machen?


Immobilien als Schlüssel zu greifbarer Unabhängigkeit


Wenn viele das Wort „Investieren“ hören, denken sie automatisch an Börsengurus, hektische Kurse und ein Spiel, das man nur mit Millionen gewinnen kann. Aber Investieren heißt einfach: Dein Geld arbeitet für Dich. Es kann in ETFs fließen, in Start-ups, in Kunst – oder, was ich besonders liebe, in Immobilien. Immobilien sind greifbar, stabil und vor allem langfristig kalkulierbar. Sie bringen Mieteinnahmen, sie steigen im Wert, sie schützen vor Inflation und bieten steuerliche Vorteile.

Natürlich kommen Einwände: „Ich habe nicht genug Eigenkapital.“ „Was, wenn die Mieter nicht zahlen?“ „Was, wenn ich mich übernehme?“ „Was bei Mietnomaden?“ Aber das sind keine endgültigen Hindernisse, sondern lösbare Aufgaben. Eigenkapital kann man aufbauen. Eine gute Mieterauswahl, Rücklagen und Versicherungen mindern das Risiko von Mietausfällen. Und gegen Überforderung hilft nicht Warten, sondern Schritt-für-Schritt-Handeln.


Ich habe nie darauf gewartet, dass jemand anders mitmacht. Weil ich es einfach nicht wollte. Für mich bedeutet allein investieren, dass ich als Frau selbstbestimmt handle. Und deshalb habe ich auch nicht meine Eltern vorher gefragt. Und das sollte keine Frau machen, vor allem wenn die Eltern selbst keine Immobilien haben. Denn von denen haben wir ja unser finanzielles Mindset, und wenn sie uns Immobilien nicht beigebracht haben, dann haben sie halt in der Regel auch nicht das Mindset zu Immobilien. 

Und auch von allen anderen selbsternannten „Experten“ mit wenig Ahnung aber viel Meinung sollte man sich fernhalten: Schwager, Kollege, Chef ….. Denn da würde man wirklich den Bock zum Gärtner machen. Ich muss doch als Frau niemandem erklären oder mich rechtfertigen, warum ich etwas so und nicht anders mache. Ich entscheide ja auch selbst, welche Klamotten ich mir kaufe und was ich im Restaurant zum Essen bestelle. Also kann ich auch mal schön selbst eine Immobilie kaufen. Dass ich am Ende in die Wohnung blicke und weiß: „Das ist mein Stück Freiheit.“ Und ja, es macht Spaß. Die erste Unterschrift. Die erste Miete auf dem Konto. Dieser leise Stolz, wenn Du realisierst: „Jetzt arbeiten ein paar Hunderttausend Euro für mich, während ich mein Leben lebe. Das gehört mir und niemand nimmt mir das wieder.“

Und wenn die Zweifel kommen, wenn die alte Programmierung wieder hochkriecht, dann helfen kleine Affirmationen, die den Fokus zurückholen:


Ich muss nicht alles wissen, um anzufangen.

Mein Geld arbeitet für mich, nicht umgekehrt.

Allein zu investieren heißt, frei zu entscheiden.

Jeder Schritt macht mich unabhängiger.

Ich baue Vermögen, nicht nur für mich, sondern auch für die, die nach mir kommen.


Investieren ist kein exklusiver Club, keine Männerrunde, kein Spiel für Millionäre. Mit "so wenig" wie 20.000 Euro auf der hohen Kante und manierlichem Einkommen kann es schon losgehen.


Es ist eine Entscheidung, die jede Frau treffen kann. Und vielleicht gewinnt sie genau dann die größte Kraft, wenn wir sie allein treffen.


Der erste Schritt beginnt nicht mit einem Banktermin oder einem Exposé. Er beginnt im Kopf. Mit dem Mut, sich selbst zu sagen: „Ich kann das. Und ich mache das jetzt.“

Jetzt meine Frage an Dich: Hält Dich wirklich Dein Konto zurück oder Dein Kopf, wenn es um finanzielle Entscheidungen geht?

 

 
 
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