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Girls’ Day ist großartig. Aber wo bleibt eigentlich der Girls‘ Money Day?

  • Autorenbild: Anja Blodow
    Anja Blodow
  • 23. Apr.
  • 5 Min. Lesezeit
Anja Blodow Girls’ Day

Mädchen dürfen heute in die Werkstatt. Aber wer zeigt ihnen, wie man Geld arbeiten lässt?


Heute ist Girls’ Day. Und ich mag diesen Tag wirklich. Mädchen stehen plötzlich in Werkstätten, in Laboren, vor 3D-Druckern, in IT-Abteilungen oder neben riesigen Maschinen und niemand sagt: „Bist Du sicher, dass das was für Dich ist?“


Stattdessen heißt es: ausprobieren, anfassen, machen. Und genau das ist wichtig. Weil viel zu viele Mädchen immer noch zwischen den Zeilen lernen, was angeblich „typisch weiblich“ ist und was nicht. Heute dürfen sie erleben, dass Technik nicht nach Testosteron riecht, sondern nach Zukunft. Dass Mathematik kein Männerclub ist. Dass sie bauen, programmieren, entwickeln, forschen können.


Der Girls’ Day ist ja nicht einfach nur ein „netter Aktionstag“. Er existiert, weil wir über Jahrzehnte Mädchen ziemlich konsequent beigebracht haben, was angeblich zu ihnen passt und was nicht. Pflege ja. Pädagogik ja. Vielleicht noch ein bisschen Marketing. Aber Technik, Handwerk, IT, Naturwissenschaft, wo es staubt und kracht? Das war lange eher so die Kategorie: „spannend… aber eher was für Jungs.“


Und genau deshalb gibt es den Girls’ Day. Damit Mädchen genau dort reinschnuppern können, wo sie sonst oft gar nicht landen würden. Damit sie sehen, wie viele Möglichkeiten es gibt, wie gut sie darin sein können und dass diese Berufe nicht nur Zukunft haben, sondern auch verdammt gute Chancen, gutes Geld zu verdienen und unabhängig zu werden.


Und während ich das wirklich feiere, denke ich gleichzeitig: Wie wäre es eigentlich, wenn wir Mädchen nicht nur zeigen, wie man Maschinen steuert, sondern auch, wie man Geld steuert? Wenn sie nicht nur lernen, wie ein Stromkreis funktioniert, sondern auch, wie Zinseszins funktioniert? Wenn sie nicht nur erfahren, wie man eine App programmiert, sondern auch, wie man eine finanzielle Zukunft programmiert? Denn Karriere ist das eine. Kapital ist das andere. Und über Letzteres sprechen wir erstaunlich wenig. Dabei wäre es mindestens genauso wichtig, dass Mädchen nicht nur lernen, wie sie später brave Angestellte in Technikberufen werden und halbwegs gutes Geld verdienen, sondern wie sie daraus Vermögen aufbauen.


Finanzielle Bildung ist kein Schulfach.


Die meisten Mädchen lernen früh, wie man sich anpasst. Wie man fleißig ist. Wie man Leistung bringt. Wie man „vernünftig“ ist. Aber kaum jemand erklärt ihnen, wie Geld wirklich funktioniert. Was ein ETF ist. Warum „Sparen“ allein nicht reicht. Wie Inflation Kaufkraft frisst. Warum es einen Unterschied macht, ob Geld einfach auf dem Konto liegt oder für Dich arbeitet. Was der Zinseszinseffekt bedeutet – nämlich, dass Zeit im Zweifel wertvoller ist als jedes Gehalt. Und dass es einen riesigen Unterschied macht, ob Du mit 18 anfängst, 25 Euro im Monat zu investieren oder ob Du mit 38 aufwachst und denkst: „Oh. Mist. Ich sollte mich vielleicht mal kümmern.“


Und über Immobilien wird sowieso oft so gesprochen, als wäre das entweder ein Märchen oder ein Risiko mit Ansage. Als gäbe es nur zwei Optionen: Entweder Du hast reiche Eltern oder Du brauchst gar nicht erst anfangen. Dabei ist das Quatsch. Immobilien als Investition bedeutet nicht automatisch „Villa am See“. Es bedeutet erstmal, das Spiel zu verstehen: Was ist eine gute Lage? Was ist Cashflow? Was ist Mietrendite? Wie funktioniert ein Kredit? Was ist Eigenkapital? Und warum ist eine Immobilie nicht einfach „ein Zuhause“, sondern im besten Fall ein Baustein für finanzielle Freiheit. Ein Asset. Etwas, das Einkommen erzeugt, während Du schläfst. Oder arbeitest. Oder Kinder großziehst. Oder in der Südsee am Strand rumhängst. Wie wäre es, wenn Du einfach mal endlich ein Leben führst, in dem Du nicht ständig Angst vor dem nächsten Brief des Vermieters hast.


Finanzielle Bildung ist kein Mathe-Exkurs für Streberinnen. Es bedeutet zu verstehen, was Du unterschreibst, bevor Du es unterschreibst. Es bedeutet, bei einem Kreditgespräch nicht nur zu nicken, sondern nachzufragen. Es bedeutet zu wissen, was Altersvorsorge wirklich heißt und warum „mein Mann kümmert sich darum“ keine nachhaltige Lösung für Dein Finanzproblem ist.


Und ja, das klingt vielleicht weniger spektakulär als ein Roboterarm oder ein Chemielabor oder eine KI, die Dir das Denken abnimmt. Aber es entscheidet darüber, wie frei Dein Leben später wirklich ist.


Girls’ Day zeigt, was Du werden kannst. Finanzielle Bildung zeigt, wie Du leben kannst.


Wir fragen Mädchen ständig: „Was willst Du später mal werden?“ Ingenieurin? Ärztin? Entwicklerin? Gründerin?


Ich würde diese Frage gern erweitern: „WIE willst Du später mal leben?“

Willst Du entscheiden können, ob Du Vollzeit arbeitest oder nicht? Willst Du gehen können, wenn ein Job Dich ausbremst? Willst Du in einer Beziehung bleiben, weil Liebe da ist und nicht weil Abhängigkeit da ist? Willst Du wissen, dass Du für Dich und vielleicht für ein Kind sorgen kannst, ohne Existenzangst? Das alles hängt nicht nur an Deinem Beruf. Es hängt an Deinem Umgang mit Geld.


Und genau da können wir konkret etwas tun. Eltern können anfangen, offen über Geld zu sprechen, nicht nur über Preise, sondern über Investitionen, Rücklagen und Fehler. Mädchen ein erstes eigenes kleines Investment ausprobieren lassen, statt nur ein Sparschwein zu füttern. Schulen könnten finanzielle Bildung endlich als festen Bestandteil integrieren, nicht als Projektwoche, sondern als Grundwissen fürs Leben. Und die Politik sollte finanzielle Bildung genauso ernst nehmen wie digitale Bildung, weil beides über Zukunftschancen entscheidet.


Stell Dir vor, Girls’ Day würde auch bedeuten: Ein Mädchen versteht zum ersten Mal, was „passives Einkommen“ ist. Dass Mieteinnahmen nicht einfach nur Geld sind, sondern Cashflow. Dass man sich eine Wohnung nicht kaufen muss, um darin zu wohnen, sondern dass man auch investieren kann, um sich langfristig Freiheit zu schaffen. Dass es nicht darum geht, reich zu sein, sondern schlau zu starten. Und dass Vermögen nicht „angeheiratet“ wird, sondern Schritt für Schritt aufgebaut, Wohnung für Wohnung, Entscheidung für Entscheidung.


Warum mir das so wichtig ist? Weil ich gerade ein kleines Mädchen in den Armen halte, das – zwar noch nicht gleich – aber früher oder später auch an einem Girls’ Day teilnehmen wird. Und ich wünsche mir sehr, dass dieser Tag dann vielleicht gar nicht mehr nötig ist, weil es in 15 Jahren eine Selbstverständlichkeit ist, dass Frauen nicht nur beruflich alles können, sondern auch finanziell. Dass Mädchen früh lernen, dass Geld nichts ist, wovor man Angst haben muss. Und dass Immobilien so ein tolles Werkzeug für jede junge Frau sein kann.


Das ist eine ziemlich schöne Vorstellung. Und wie sagt Peter Fox so passend: „Die Zukunft ist pink.“ 😊 Und das in mehrfacher Hinsicht: optimistisch, weiblich und hoffentlich finanziell verdammt gut aufgestellt.


Vielleicht brauchen wir dann keinen offiziellen „Money Day“. Vielleicht sollten wir uns morgen einfach vornehmen, im nächsten Gespräch mit unserer Tochter, Nichte, Schülerin oder Praktikantin nicht nur über Berufe zu sprechen, sondern auch über Geld. Über Investieren. Über Immobilien. Über Möglichkeiten. Über Freiheit.


Denn am Ende ist die wichtigste Frage: „Wie frei willst Du in Zukunft sein?“ 💛

 
 
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