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Verkaufen lernen: So verkaufen Frauen ohne Druck

  • Autorenbild: Anja Blodow
    Anja Blodow
  • 19. Juni 2025
  • 4 Min. Lesezeit


Du willst ein Business starten, aber fühlst Dich nicht wie eine Verkäuferin?


Wie sprichst Du über das, was Du wirklich gut kannst? Was fühlst Du, wenn Du jemandem Deinen Preis nennst? Wie leicht fällt es Dir, über Dein Angebot zu sprechen, ohne dass sich etwas in Dir zusammenzieht?


Viele Frauen träumen davon, sich selbstständig zu machen – mit einem Coaching, einem Onlinekurs, einem Produkt oder einer kreativen Dienstleistung. Doch sobald es ans Thema Verkaufen geht, kommt die innere Blockade.


„Ich bin doch nicht der Typ dafür.“ „Ich will niemandem was aufschwatzen.“ „Ich kann das nicht so überzeugend rüberbringen.“ „Ich bin eher ruhig, nicht so sichtbar…“

Aber weißt Du was? Du verkaufst doch bereits jeden Tag. Ganz automatisch.


Frauen verkaufen ständig – nur nennen wir es nicht so


Du überzeugst Dein Kind von der warmen Winterjacke. Du empfiehlst Deiner Freundin ein schnuckeliges Wellness-Hotel in den Bergen. Du präsentierst Deiner Chefin oder Deinem Chef eine Idee im Meeting. Du erklärst, warum es sinnvoll ist, das teurere Bio-Gemüse zu kaufen. Du verkaufst, weil Du helfen willst. Weil Du glaubst, dass etwas gut ist. Weil Du überzeugt bist – aber nicht laut. Sondern ehrlich.


Als Anwältin früher hatte ich auch ein negatives Bild von Verkaufen im Kopf. Dabei musste ich dauernd was verkaufen, eine Vertragsklausel, eine Idee, ein Argument, ein Projekt, eine interne Guideline, eine PowerPoint-Präsentation. Ich nannte es halt aber nicht „verkaufen“, sondern einfach „jemanden überzeugen“ oder „jemandem helfen“.

Verkaufen ist kein magischer Trick. Es ist schlicht Kommunikation mit Haltung. Und seit ich seit 7 Jahren mein eigenes Business habe, verkaufe ich auch, eben andere Dinge wie früher, aber mit derselben wertschätzenden Haltung, ich will meinen Kundinnen helfen, ich mag meine Kundinnen, ich will dass sie weiterkommen, und das spüren sie.


Der klassische „Verkäufertyp“ ist ein Auslaufmodell


Das alte Bild vom extrovertierten, lauten, überzeugenden Verkäufer funktioniert immer weniger. Na gut, auf dem Fischmarkt in Hamburg hat er vielleicht noch eine Berechtigung.😊 Heute kaufen Menschen bei Menschen – nicht bei Rollen oder weil jemand am lautesten ist. Nicht bei Fassaden. Und schon gar nicht bei Druck.

Daher musst Du nicht: laut sein, dominant auftreten und auf Knopfdruck überzeugen. Du darfst auch leise verkaufen, empathisch auftreten und ehrlich kommunizieren.

Gerade als Frau hast Du Kompetenzen, die im Verkauf heute mehr zählen als jede Überredungskunst: Zuhören. Vertrauen aufbauen. Bedürfnisse erkennen. Lösungen bieten.


Warum haben viele Frauen kein Problem mit dem Geben, aber mit dem Nehmen?


Diese Frage treibt mich seit Jahren um. Denn genau hier liegt oft der Knackpunkt: Geld.

Viele Frauen geben mit vollem Herzen. Aber wenn es ums Annehmen – konkret von Geld geht – wird es unangenehm: „So viel kann ich doch nicht verlangen…“, „Ich mach das ja gerne – das braucht kein Geld.“, „Ich will einfach nur helfen.“


Doch so kommst Du nicht in Deine Kraft. Denn Geld nehmen heißt nicht gierig sein, sondern anerkennen, was Du gibst und dafür eine ehrliche Gegenleistung annehmen. Du könntest Dich auch wie früher auf dem Land mit Eiern, Speck und einer Kiste Äpfel bezahlen lassen. Aber davon kannst du keine Stromrechnung bezahlen, denn die Stadtwerke nehmen eben Eier, Speck und Äpfel nicht als Bezahlung an. Denn das klassische „Tauschmittel“ ist eben einfach Geld, und da ist auch nichts verwerfliches dran. 


Kurz: Selbstwert zeigt sich im Preis. Und Wertschätzung beginnt bei Dir selbst.


Verkaufen heißt: Zeig, was Du kannst, ohne Dich zu verbiegen


Du musst nicht verkaufen wie jemand anders. Du darfst auf Deine Weise sichtbar werden. Egal ob extrovertiert, humorvoll, sachlich, fröhlich… wie auch immer.


Eine introvertierte, schüchterne Kundin fragte mich einmal: aber ich bin doch so das Gegenteil von allem, was man mit Verkaufen assoziiert. Wie soll ich das denn bitte leisten, ohne komplett aus meiner Comfort Zone rauszugehen?

Ganz einfach:


  1. Erzähle Deine Geschichte: Warum machst Du, was Du tust? Menschen lieben echte Beweggründe.

  2. Sprich wie Du bist: Keine leeren Versprechen oder Marketing-Phrasen. Klar. Ehrlich. Authentisch.

  3. Sei überzeugt – nicht überredend: Du hilfst. Und wenn Dein Angebot passt, ist es fast schon logisch, dass jemand Ja sagt. Und wenn er es nicht sofort sagt, dann heißt das nur, dass er vielleicht noch einmal überlegen muss, noch Fragen hat, es grad nicht in seine Lebenssituation passt oder einfach nicht der Typ ist, direkt Ja zu sagen. Das heißt nicht, dass Dein Angebot schlecht ist oder Du nicht verkaufen kannst.

  4. Sprich über Geld, als wäre es normal: Weil es das ist. Nenne Deinen Preis klar – ohne Ausrede oder weichen Blick.


Denn gerade ruhigere Menschen können tolle Verkäufer*innen sein. Sie labern keinen zu, sondern hören richtig zu, zeigen Interesse, das Gegenüber fühlt sich gesehen, fasst Vertrauen und dann ist Verkaufen einfach nur Helfen und ganz leicht.


Erste Schritte für Deinen Start ohne Verkaufsdruck


  • Übe in kleinen Schritten: z. B. ein Mini-Angebot bewerben oder in einem Gespräch über Deine Arbeit sprechen.

  • Sprich mit echten Wunschkund*innen: Und höre genau zu. Ihre Worte sind Deine Sprache im Verkauf.

  • Nutze Instagram, LinkedIn oder ein Newsletter – nicht für Werbung, sondern für Verbindung.

  • Feiere jede Nachfrage, jedes „Ich hab Interesse“. Das ist der Anfang.


Was, wenn Verkaufen sich leicht anfühlen darf?


Du darfst Geld für Deine Leistung nehmen. Du darfst Deine Stimme finden, auch wenn sie ruhig ist. Du darfst erfolgreich sein, ohne laut zu sein. Denn Verkaufen heißt nicht: "Ich überzeuge Dich." Sondern: "Ich biete Dir etwas an, das Dir helfen kann."


Und das tust Du sowieso – Tag für Tag. Jetzt ist Zeit, es auch in Deinem Business zu leben.



 
 
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